Mehr als nur Schwellungen: Lymphödem und Lipödem verstehen
Lymphödem
Ein Lymphödem entsteht durch die Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe, ausgelöst durch eine Dysfunktion des Lymphsystems. Diese kann genetisch bedingt sein „primäre“, durch Infektionen, Operationen oder Verletzungen verursacht werden „sekundär“. Zu den häufigsten Symptomen gehören schmerzhafte, meist einseitige oder beidseitige Schwellungen in Armen oder Beinen. Betroffene leiden oft unter Verhärtungen der Haut, Verdickungen und Bewegungseinschränkungen.
Lipödem
Im Unterschied zum Lymphödem ist das Lipödem eine chronische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft und als genetisch bedingt gilt. Die Fettansammlung tritt vor allem an den Beinen, seltener auch an den Armen auf und wird durch hormonelle Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause verstärkt. Typische Anzeichen eines Lipödems sind eine symmetrische Vermehrung des Fettgewebes, sichtbar in Form von „Reiterhosen“ oder „Säulenbeinen“. Betroffene berichten über eine erhöhte Schwellneigung sowie eine empfindliche Haut, die auf Druck und Berührung schmerzt. Auch eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen tritt häufig auf.
Lymphödem-Therapie
Zur Behandlung eines Lymphödems gilt die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) als Standard und umfasst:
- Manuelle Lymphdrainage: Diese spezielle Massagetechnik regt den Lymphabfluss an und reduziert so die Flüssigkeitsansammlungen.
- Kompressionstherapie: Die Verwendung von Kompressionsverbänden oder -strümpfen hilft, das Lymphvolumen in den betroffenen Gliedmaßen zu reduzieren.
- Bewegungstherapie: Spezielle Übungen unterstützen den Lymphfluss.
- Hautpflege: Eine sorgfältige Hautpflege beugt Infektionen und Hautreizungen vor.
Lipödem-Therapie
Beim Lipödem kann eine konservative Therapie, bestehend aus manueller Lymphdrainage und Kompression, dabei helfen, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren. Für Betroffene mit starkem Leidensdruck ist eine Fettabsaugung (Liposuktion) eine mögliche Option, um das krankhaft vermehrte Fettgewebe zu entfernen.
Neben den körperlichen Symptomen kann der hohe Leidensdruck, den beide Erkrankungen verursachen, auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Viele Betroffene erleben Schamgefühle und soziale Isolation aufgrund der sichtbaren Veränderungen.