Sexuell übertragbare Erkrankungen

Die unsichtbare Gefahr: Sexuell übertragbare Infektionen erkennen und behandeln

Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) sind ein wichtiger Bereich der Dermatologie, da sie oft sichtbare Hautveränderungen verursachen. Obwohl Kondome viele STIs verhindern können, bieten sie keinen vollständigen Schutz.

Syphilis (Lues)

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht und überträgt sich durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten. Typische Symptome sind eine schmerzlose Wunde und geschwollene Lymphknoten. Unbehandelt kann es zu einem masernartigen Ausschlag und in späteren Stadien zu Haut- und Nervensystemschäden kommen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Kondome bieten nur begrenzten Schutz, da Syphilis durch Hautkontakt übertragen wird.

Gonorrhoe (Tripper)

Das Bakterium Neisseria gonorrhoeae überträgt sich durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten und betrifft Schleimhäute im Genitalbereich, Rektum und Rachen. Symptome können bei Männern eine schmerzhafte Entzündung mit eitrigem Ausfluss sein, während Frauen oft milde oder keine Symptome haben. Unbehandelt kann Gonorrhoe zu Unfruchtbarkeit führen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, und Kondome bieten guten Schutz, da die Infektion hauptsächlich durch Körperflüssigkeiten übertragen wird.

Ulcus molle (Weicher Schanker)

Haemophilus ducreyi verursacht Ulcus molle, das sich durch schmerzhafte Geschwüre im Genitalbereich zeigt und durch Hautkontakt übertragen wird. Unbehandelt kann die Infektion zu Komplikationen führen. Antibiotika sind die Standardbehandlung. Kondome reduzieren das Risiko, da die Infektion hauptsächlich durch direkten Hautkontakt übertragen wird.

Chlamydien

Chlamydia trachomatis verursacht eine der häufigsten STIs und wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Symptome reichen von Harnröhrenentzündungen bis hin zu asymptomatischen Verläufen. Unbehandelte Chlamydieninfektionen können zu Unfruchtbarkeit führen. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika, und Kondome bieten wirksamen Schutz.

Feigwarzen (Genitalwarzen)

Feigwarzen werden durch bestimmte humane Papillomaviren (HPV) übertragen und betreffen vor allem Genital- und Analbereich. Bestimmte HPV-Typen können langfristig Krebs verursachen. Die Behandlung erfolgt durch Kryotherapie, Kauterisation, chirurgische Entfernung oder topische Präparate, jedoch treten Rückfälle häufig auf. Eine HPV-Impfung wird zur Prävention empfohlen. Kondome bieten nur eingeschränkten Schutz, da die Übertragung oft Hautareale betrifft, die nicht durch Kondome abgedeckt sind.

Genitalherpes

Das Herpes-simplex-Virus Typ 2 (seltener Typ 1) wird durch engen Kontakt übertragen, besonders bei Bläschen oder Krustenbildung. Genitalherpes bleibt lebenslang im Körper und kann bei geschwächtem Immunsystem erneut auftreten. Antivirale Medikamente lindern die Symptome und reduzieren die Häufigkeit der Ausbrüche. Kondome verringern das Risiko, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz, da das Virus auch über Hautkontakt außerhalb des bedeckten Bereichs übertragen werden kann.

Bedeutung der Prävention

Klassische Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe nehmen in Europa wieder zu. Darüber hinaus zählen Feigwarzen, Genitalherpes, HIV, Hepatitis B und C, Filzläuse, Candida und Ureaplasmen zu den häufigen STIs. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie sind entscheidend, um langfristige Komplikationen zu vermeiden.